Heldenportraits als HTML-Übung:


Die Völsungen-Saga




Abkürzungen: V: = Vater, M: = Mutter, S: = Sohn, T: = Tochter, E: = Ehepartner

Atli Gjuki Gunnar Hljod Sigi Sinfjötli
Brynhild Gram Gutthorm Högni Sigmund Svanhild
Budli Grimhild Helgi Regin Signy Völsung
Fafnir Gudrun Hjördis Rerir Sigurd  

Schauplätze

Hunenland ist ein Teil des alten Niedersachsen, Westfalen.
Gautland ist Götaland in Südschweden.
Dänemark, wo Sigurd aufwächst.
Gnitaheide bei Marburg, wo er den Drachen erschlägt.
Frankenland, wo er Brynhild weckt.
Südlich am Rhein, wo die Gjukunge wohnen.
Hinterm Wald, wo Atli herrscht.
... alles nach Meinung des Herausgebers des Büchleins:

Sigi

S: Rerir
Erschlägt einen (fremden!) Knecht, weil der auf der Jagd mehr Beute gemacht hat; als das ruchbar wird, muß er abhauen, nicht ohne von seinem Vater so gut ausgerüstet worden zu sein, daß er Hunenland erobern kann; wird schließlich als König von den Brüdern seiner Frau erschlagen.

Rerir

V: Sigi
S: Völsung
Erschlägt als erstes mal die Mörder seines Vaters, wird damit auch König von Hunenland, heiratet, bleibt aber zunächst kinderlos; stirbt auf einer Heerfahrt (oh Wunder) eines natürlichen Todes. Die Königin ist vorher mit übernatürlicher Hilfe doch noch irgendwie von Rerir schwanger geworden. Nach sage und schreibe sechs Wintern Schwangerschaft verliert sie die Geduld und läßt den geburtsunwilligen Völsung durch Kaiserschnitt holen, wobei sie leider stirbt.

Völsung

V: Rerir
E: Hljod
S: Sigmund
T: Signy
neun weitere Söhne
Zeichnet sich durch eine sagenhafte Fötusphase aus: seine Mutter ging jahrelang mit ihm schwanger. Nach seinem Vater und Großvater ebenfalls König von Hunenland und Namensgeber der ganzen Helden-Sippschaft. Verheiratet seine Tochter Signy mit Siggeir von Gautland, was kein gutes Ende nimmt, da die ganze Bande (bis auf Sigmund und Signy) bei einem Besuch in Gautland von selbigem erschlagen wird.

Sigmund

V: Völsung
M: Hljod
S: Sinfjötli (von Signy)
E1: Borghild
S: Helgi
S: Hamund
E2: Hjördis
S: Sigurd
Überlebt als einziger der Söhne Völsungs die Niederlage in Gautland, indem er sich in der Zunge einer Wölfin festbeißt (!). Bleibt anschließend aber angsthäsig und von seiner Zwillingsschwester Signy heimlich unterstützt im Wald versteckt. Erschlägt nacheinander die zwei halbwüchsigen Söhne von Siggeir und Signy, weil sie zu ängstlich sind - mit Signys vollem Einverständnis. Schwängert dann ohne es zu ahnen seine Schwester (sie hat die Gestalt getauscht, das Luder), und kommt so zu einem Sohn (Sinfjötli). Der Racheversuch von Vater und Sohn an Siggeir scheitert zunächst, ist aber mit Signys Hilfe im zweiten Anlauf erfolgreich: Sie fackeln die gautländische Königshalle mitsamt allen schlafenden Bewohnern ab. Nach dieser turbulenten Phase erkämpft er sich den Thron von Hunenland, heiratet und hat noch zwei Söhne. Wegen einer Dummheit von Sinfjötli kommt es zum Streit mit seiner Frau; er verstößt sie und sie stirbt bald. Später heiratet er nochmals, doch diese Alterstorheit kommt ihm teuer zu stehen: der verschmähte Liebhaber seiner zweiten Frau zieht gegen ihn zu Felde und bleibt mit Odins Hilfe auch siegreich; Sigmund beißt ins Gras. Sein letzter Sohn Sigurd wird erst nach seinem Tod geboren.

Signy

V: Völsung
M: Hljod
E: Siggeir
vier Söhne mit Siggeir;
ein Sohn mit Sigmund:
S: Sinfjötli
Ein gefährliches Weib, diese Zwillingsschwester Sigmunds! König Siggeir hat wohl wenig Freude an seinem Weib, das nur widerwillig in diese Ehe eingewilligt hat. Gleich beim ersten Besuch der Völsungen paktiert sie eher mit ihrer Sippe, als mit ihrem Heimtücke im Schilde führenden Mann. Aber ihre Warnung fruchtet nicht: im entbrennenden Kampf kommt Völsung um; seine Söhne werden anschließend im Wald den Wölfen zum Fraß vorgeworfen, was nur Sigmund überlebt, wieder mit Signys Hilfe. Der lebt danach anscheinend jahrzehntelang räuberisch im Wald, immer von seiner Schwester unterstützt, was so weit geht, daß sie sogar von ihm schwanger wird (gestaltgewandelt zwar...). Ihre Rache an Siggeir ist heimtückisch: sie schickt die ersten beiden gemeinsamen Söhne zum testen auf Mut in den Wald zu Sigmund; sie bestehen nicht und werden anschließen auf ihr Geheiß deswegen von Sigmund erschlagen. Ganz anders ihr gemeinsamer Sohn Sinfjötli: er besteht mit Bravour. Und schon machen sich Vater und Sohn (sie wissens halt nicht) daran, Rache an Siggeir zu nehmen. Das geht daneben, aber Signy rettet sie aus dem Grab und verhilft der Rache doch noch zum Erfolg, wobei sie heldinnenhaft freiwillig mit ihrem Mann in den Feuertod geht.

Hljod

V: Hrimnir
M: ?
E: Völsung
S: Sigmund
T: Signy
neun weitere Söhne
Tochter eines Riesen, die als Götterbotin in Krähengestalt ihre Finger (oder Krallen?) schon bei Zeugung ihres späteren Gatten im Spiel hatte. Außer mit einem zungenbrecherischen Namen auch noch mit elf Heldenkindern gestraft. Ob sie bei dem Massaker in Gautland auch erschlagen wurde?

Sinfjötli

V: Sigmund
M: Signy
Inzüchtigster aller Vösunge: Er ist der Sohn des Zwillingspärchens Sigmund und Signy. Seine Jugend verbringt er als Räuber mit seinem Vater im Wald, davon einige Zeit in Wolfsgestalt. Sigmund bringt es dabei fertig, seinen Sohn einmal wegen nichts dermaßen in die Kehle zu beißen, daß der nur mit knapper Not davonkommt. Wie bereits ewähnt überlebt er die Auseinandersetzung mit Siggeir (er killt dessen beide jüngsten Söhne) und geht mit seinem Vater nach Hunenland zurück. Dort spielt er aber nur die zweite Geige, auch später unter Helgi. Er interessiert sich ausgerechnet für die Frau, die der Bruder seiner Stiefmutter haben will; natürlich muß er den umbringen. Klar, daß das seine Stiefmutter Borghild nicht auf sich sitzen lassen kann, er bekommt einen Becher Gift und segnet das Zeitliche.

Helgi

V: Sigmund
M: Borghild
E: Sigrun
Ein Meister des Kriegshandwerks, schon mit 15 geht er auf Kriegsfahrt. Erschlägt in der Schlacht König Hunding und seine Söhne. Im Wald trifft er die Prinzessin Sigrun, in die er sich dermaßen verknallt, daß er eine Riesen-Streitmacht anheuert und deren Zukünftigen niedermacht. Damit hat er seine Holde erobert und verschwindet aus dieser Geschichte.

Hjördis

V: König Eylimi
M: ?
E: Sigmund
S: Sigurd
Etwas opportunistisch (oder soll man sagen vernünftig?), diese Dame: Sie nimmt lieber den alten, berühmten, reichen Sigmund zum Mann, als den jüngeren König Lyngvi. Wie es in dieser Geschichte nicht anders sein kann (Troja war auch nicht besser), läßt der sich das nicht bieten und zettelt den üblichen Krieg an. Sigmund ahnt schon, daß es diesmal vielleicht nicht so glatt geht, und versteckt Hjördis samt seinem Schatz (Hjördis wird doch wohl auch einer gewesen sein!) im Wald. Gut so! Sie überlebt, er stirbt langsam auf dem Schlachtfeld, nicht ohne letzte Worte an die herbeigeeilte Hjördis gerichtet zu haben; sie ist nämlich schwanger. So ein Glück: gerade kommt Prinz Alf von Dänemark vorbei und nimmt die Witwe mit nach Hause. Am Hof König Hjalpreks von Dänemark wird Sigurd, der letzte Völsung, geboren; dort wächst er auch auf. Hjördis wird wohl Alfs Frau; die Geschichte schweigt von ihr. Der verschmähte, aber siegreiche Lyngvi und alle anderen Hundingsöhne werden aus Rache Jahre später von Sigurd niedergemetzelt.

Sigurd

V: Sigmund
M: Hjördis
E: Gudrun
S: Sigmund II
T: Svanhild
T: Aslaug (von Brynhild)
Auf tritt der Drachentöter!!! Als man denkt, alle Völsunge wären ausgerottet, kommt er am Hof von Dänemark zur Welt. Als er erwachsen ist, dreht sich die ganze Sage fast nur noch um ihn. Das würde hier meinen Rahmen sprengen. Die Story verliert auch irgendwie an Drive und wird stellenweise recht schwafelig. Deshalb wird die Sigurd [Siegfried] - Sage anhand der anderen Mitspieler erzählt. Nur soviel: zum Schluß wird er von Gutthorm, seinem jüngsten Schwager, im Schlaf mit dem Schwert an die Matraze gespießt.

Regin

V: Hreidmar
Der Schmied. Sigurds Pflegevater und Lehrer. Ein bisschen ein Stänkerer, denn er stachelt Sigurd mehrfach zu unangenehmen Fragen an die Dänenkönige hinsichtlich des Verbleibs seines väterlichen Schatzes an. Der sieht das eher gelassen. Regin bringt unsere Geschichte durch zwei Aktionen voran: er repariert für Sigurd Sigmunds in zwei Teile zerbrochenes Götterschwert Gram und er bringt ihn soweit, sich mit dem Drachen Fafnir, Regins Bruder, anzulegen. Kaum ist Fafnir tot, wird Regin von Sigurd auch umgebracht, weil der lieber den Drachenschatz für sich haben will.

Gjuki

E: Grimhild
S: Gunnar
S: Högni
S: Gutthorm
T: Gudrun
Heldenvater und König eines Reiches südlich am Rhein; Schwiegervater von Sigurd und Brynhild; sonst ist nichts zu sagen.

Budli

S: Atli
T: Brynhild
T: Bekkhild, Heimirs Frau
Noch ein Heldenvater, als König mächtiger denn Gjuki.

Brynhild

V: Budli
E: Gunnar
T: Aslaug (von Sigurd)
In dieser Geschichte garnicht so walkürig, aber dauernd am prophezeien. Ihr Auftritt ist etwas matt: Sie schläft in voller Rüstung in einer von Flammen umgebenen Schildburg, als Sigurd naht und ihren Panzer von oben bis unten auftrennt. Es passiert aber eigentlich nchts, außer langen Dialogen, Gedichte-Aufsagen und einer Art Bergpredigt. Nein, halt: die zwei verloben sich, bevor er wieder von dannen reitet. Schwierige Geschichte: etwas später leben beide am Hof von Heimir, Brynhilds Schwager. Sigurd weiß aber nichts von ihr, sondern liebt den Prinzen Alsvinn. Kurz kommen sie bei einer Gelegenheit doch mal zusammen, wieder wird palavert und wieder verlobt. Sprunghaft gehts weiter: wenig später erleben wir Brynhild, wie sie in einer Halle auf einem Berg wohnt, und von Gudrun besucht wird. Der weissagt sie präzise ihr zukünftiges Schicksal. Nächster Akt: Brynhild wohnt jetzt in einer goldbedachten Burg, die von Flammen wabernd umloht wird. Der schon mit Gudrun verheiratete Sigurd reitet tapfer rein - allerdings in Gunnars Gestalt, und sie liegen drei Nächte zusammen, das blanke Schwert zwischen sich. Na ja: da gibts noch eine gemeinsame Tochter, Aslaug, aber das ist eine andere Geschichte. Brynhild wird Gunnars Frau. Beim berühmten Streit der Königinnen - jeder kennts - kommt der Betrug ans Tageslicht. Brynhild kennt kein Erbarmen, bis Sigurd gefällt ist. Auch sein kleiner Sohn Sigmund wird nicht verschont. Dann mag sie aber auch nicht mehr leben. Sie sticht sich unterm Arm mit dem Schwert in die Brust. Das waren noch Helden/innen: Zwischen tödlichem Stich und Tod bleibt noch Zeit für eine anderthalb Seiten lange Rede und die Aufschichtung von Sigurds Scheiterhaufen, auf den sie dann zum Schluß noch steigt und mit verbrennt.

Grimhild

E: Gjuki
S: Gunnar
S: Högni
S: Gutthorm
T: Gudrun
Grimhild war ein grimm gesinntes Weib (Zitat). "Nimm hier das Horn und trink" sagt sie zu Sigurd (nochn Zitat). Was er da trinkt, läßt ihn Brynhild vergessen. Da Sigurd überaus heldisch und auch gut betucht ist, bringt Grimhild Mann und Söhne soweit, ihm Gudrun als Frau anzubieten. Sigurd - er erscheint in dieser Sage recht willenlos - nimmt an. Grimhild regt auch an, daß Gunnar um Brynhild werben soll, obwohl sie sehr gut weiß, daß Sigurd scharf auf die war. Nach Sigurd und Brynhilds tragischem Ende agiert sie weiter als Ehestifterin mit Gewalt: mit Zaubertrank, massiver Überredung und echter Bestechung schafft sie es, daß Gudrun sich wider Willen mit Atli verheiraten läßt. Wenn in der Geschichte noch später etwas über Grimhild steht, dann habe ich es übersehen.

Gudrun

V: Gjuki
M: Grimhild

E: Sigurd
S: Sigmund II
T: Svanhild

E: Atli
K: zwei Söhne

E: Jonakr
K: Hamdir, Sörli, Erp
Nein, sie kann nichts dafür, die gute, daß sie auf Betreiben ihrer Mutter Sigurd zum Mann bekommt, wo der doch nur Brynhild haben wollte. Wie seltsam: Gudrun hat schon eine Weile vor der Hochzeit die berühmte Bryhild besucht, um sich einen Traum deuten zu lassen. Die Traumdeutung beschreibt dann haarklein ihr zukünftiges Schicksal. Macht nix, ändert nix: Es kommt alles, wie prophezeit. Gudrun kriegt Sigurd und zwei Kinder. Durch Brynhilds große Klappe provoziert, plappert sie das Geheimnis um den Ritt durch das Feuer aus (Sigurd in Gunnargestalt). Das gibt Stunk am Hof und bald steht Gudrun als Witwe und Gunnar als Witwer da. Gudrun hält es daheim nicht mehr aus und verbringt etliche Zeit am Hof König Halfs (weiter oben hieß der doch Alf?) von Dänemark. Dort wird sie von Grimhild zwecks Versöhnung aufgesucht und mit mehr oder weniger sanfter Gewalt dazu gebracht, Atli zu heiraten. Als Atli die Gjukunge zu sich einläd, mit dem Hintergedanken, Sigurds Schatz an sich zu bringen, versucht Gudrun, ihre Brüder zu warnen. Es klappt aber leider nicht, und als Gudrun sie an Atlis Hof begrüßen kann, sind die Feindsehligkeiten schon offen ausgebrochen: Atli hat unverfroren die Herausgabe des Drachenschatzes verlangt. (In der Völsungensage geht es mindestens so oft um handfeste materielle Interessen, wie um wallende Leidenschaften.) Es folgt ein fürchterliches Blutbad, Högni und Gunnar sterben, ohne das Versteck des Schatzes verraten zu haben. Einer der makaberen Höhepunkte der Story: Gudrun bring ihre zwei jugendlichen Söhne um, gibt Atli deren Herzen zu essen und läßt ihn aus ihren Hirnschalen trinken. Und in der Nacht durchbohrt sie zusammen mit Högnis Sohn Niflung ihren ungeliebten Mann Atli mit dem Schwert. Dann hat der Sagenerzähler wohl nichtn recht gewußt, wie er sie an einen weiteren Schauplatz bringen soll, an König Jonakrs Hof: Sie wird von den Meereswogen dahin getragen, als sie sich ertränken will. Wie kommt dann ihre Tochter Svanhild an Jonakrs Hof? Egal. Gudrun heiratet Jonakr (Ehemann Nr. 3, Rekord in der Geschichte) und hat nochmal drei Söhne. um Svanhild dreht sich noch ein letzter blutiger Schnörkel der Geschichte, dann hat sichs mit den Völsungen.

Gunnar

V: Gjuki
M: Grimhild
E: Brynhild
E: Glaumvör
Neben den drei Weibern Grimhild, Brynhild und Gudrun stehen die Männer an König Gjukis Hof alle etwas blass da. So muß seine Mutter ihn richtiggehend auffordern, sich für Brynhild zu interessieren. "Lust hätte ich schon...", sagt er. Bevor er wirklich loszieht, läßt er sich von Vater, Brüdern, Sigurd, Butli und Heimir den Rücken stärken. Trotz mutigem Ansturm schafft er es aber nicht, die hohe Lohe um Brynhild zu durchreiten. Er tauscht die Gestalt mit Sigurd (ein Grimhild-Kniff), und der dringt durch. Brynhild fügt sich und wird Gunnars Frau. Sigurd schweigt zu der Sache, trotz früherer Eheschwüre an Brynhild, macht aber eine Dummheit: Er gibt seiner Frau Gudrun einen Ring, den er von Brynhild hat. Das gibt mächtigen Stunk am Hof, Brynhilds Harm nimmt ständig zu und sie läßt Gunnar nicht mehr ran. So muß er denn Prioritäten setzen. Er beschließt, daß Sigurd sterben muß, und stachelt seinen jüngsten Bruder Gutthorm zu diesem Mord an. Brynhild bekommt er nicht zurück: sie stirbt auch, siehe oben. Das Leben geht weiter, er hat eine zweite Frau, Gudrun wird mit Atli verheiratet und mit besoffenem Kopf stimmt Gunnar der Reise zu Atlis Hof zu, geradewegs ins Unheil. Trotz tapferer Gegenwehr werden Gunnar und Högni gefangen gesetzt. Högni wird das Herz herausgeschnitten und Gunnar läßt sein Leben in einem Schlangenzwinger. Mittelalterlicher Schnörkel zum Schluß: Gunnar spielt in der Schlangengrube so schön und trefflich die Harfe, daß alle Schlangen einschlafen... bis auf eine!

Högni

V: Gjuki
M: Grimhild
E: Kostbera
S: Solar
S: Snävar
S: Niflung
Der zweite Sohn von Gjuki führt fast kein Eigenleben. Immer heißt es: "... und Högni ...". Er spielt etwas die Rolle der Vernunft, Gunnar fragt ihn gern um Rat. Von Brynhild hält er nichts. Aber wo's darum geht, daß Sigurt beseitigt werden soll, findet der in Högni einen Fürsprecher, zwar erfolglos, aber immerhin. Auch die spätere Fahrt zu Atli scheint ihm unvernünftig. Trotzdem kämpft er wie kein anderer, als Atli über sie herfällt, und ist der letzte, der überwältigt werden kann. Rätselhaft: Der gefangene Gunnar will das Versteck des Drachenschatzes erst verraten, wenn man ihm das blutige Herz von Högni zeigt!?! So stirbt er denn tapfer an ausgeschnittenem Herzen. Gunnar verrät trotzdem nichts.

Gutthorm

V: Gjuki
M: Grimhild
Der jüngste Sohn Gjukis erringt einen kurzen, aber heftigen "Ruhm" als Mörder Sigurds. Durch viele Versprechungen und kampfwütig machendes Essen wir er von seinen Brüdern zu der Tat angestachelt. Drei Anläufe braucht er, bis Sigurd endlich fest genug schläft und Gutthorm mit dem Schwert durch ihn hindurch bis in die Matratze stechen kann. Der Stich ist so heftig, daß Sigurt erwacht und das Schwert nach Gutthorm wirft; "es traf ihn im Rücken und schnitt ihn mitten durch - nach der einen Seite fiel das Fußstück, nach der anderen aber fielen das Haupt und die Hände zurück in die Kammer." Völsungenprosa!

Atli

V: Budli
E: Gudrun
zwei Söhne
Der Bruder Brynhilds, ein geldgieriger, hinterlistiger und brutaler Kerl. Es klingt immer eine gewisse Rivalität zu den Gjukunge an. Mit der Witwe Sigurds, wird er nicht glücklich, denn da wendet sich sein Schicksal zum Schlimmen. Nur mit äußerster Mühe und unter großen Verlusten an Menschenleben kann er deren Brüder beseitigen. Grausam ist Gudruns Rache. Sie bringt die gemeinsamen Söhne um und setzt Atli deren Herzen als Braten und die Hirnschalen als Trinkbecher vor. Er findet noch am gleichen Tag den hier durchaus üblichen Tod: Im Schlaf wird er von seiner Frau Gudrun und deren Neffen Niflung erstochen.

Svanhild

V: Sigurd
M: Gudrun
Abschließende Episode der Sage (es ist noch nicht genug Blut geflossen): König Jörmunrek möchte Svanhild heiraten und schickt seinen Sohn Randver für sich auf Brautschau. Kaum sind Braut und Brautwerber zurück, wird dem König gesteckt, die zwei hätten was miteinander. Wut, Wut! Jörmunrek läßt Svanhilds junges Leben durch Pferdegetrampel auslöschen. Das ruft ihre Stiefbrüder auf den Plan, die auf Rache sinnen. Sie dringen auch zu Jörmunrek vor und hacken ihm Hände und Füße ab. Dann werden sie zu Tode gebracht, wieder mal mit Unterstützung von Odin.

Fafnir

V: Hreidmar
DER DRACHE. Bruder von Regin, dem Schmied, und Otr, dem Otter. Otr wird von Loki erlegt, weil er ihn für einen echten Otter hält; der zeigt seine Beute auch noch stolz Hreidmar und den anderen zwei. Von denen wird er gezwungen, als Strafe jede Menge Gold zu zahlen. Das bringt - wie sollte es anders sein - nichts Gutes: Ein Fluch liegt auf dem Hort, mit dem sich Fafnir, jetzt schon ganz drachig, in der Wildnis verkriecht. Ach so: vorher hat er noch seinen Vater erschlagen! Ihn selbst ereilt das Schicksal in Gestalt des Helden Sigurd. Der buddelt ein Loch unter Fafnirs Trampelpfad und ersticht ihn schnöde von unten aus der Grube mit dem Schwert. Und ißt auch noch sein Herz auf!

Gram

DAS SCHWERT. Zerschneidet Felsen und Ambosse wie Butter. Auf der Hochzeit von Signy und Siggeir taucht Gott Odin in zerlumpter, einäugiger Gestalt auf, und rammt ein Schwert in einen Baum. Keiner außer Sigmund kann es herausziehen. Der nutz es auch fleißig und erfolgreich sein Leben lang, bis ihm in seiner letzten Schlacht wieder Odin, diesmal mit einem Speer, entgegentritt. Den kann Gram nicht knacken und zerbricht in zwei Teile. Die werden von Regin für Sigurd wieder zusammengeschmiedet. Grams nächste Opfer werden Fafnir, der Drache, und gleich anschließend Regin, beide durch Sigurd von Leben zum Tod befördert.

Quelle:

Die Völsungen-Saga
Das nordische Nibelungen-Lied
Wilhelm Heyne Verlag, München
Reihe Diederichs bei Heyne
(remittendisch erstanden für einsneunundneunzig)